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Jäger als wichtiger Partner des Schwarzstorchschutzes

SchwarzstorchEnde der 80er Jahre tauchten im Frankenwald die ersten Schwarzstörche auf, bis Mitte der 90er Jahrewuchs der Bestand auf ca. 10-12 Brutpaare an.
Der trockene Sommer 2003 und der anschließende starke Borkenkäferbefall der Wälder hatten (und haben noch) auch Auswirkungen auf den Schwarzstorch: mehrere Horste sind seither unbesetzt, einige wurden Opfer des Borkenkäfers, andere wurden durch den Sturm Kyrill zerstört. Im Jahr 2005 waren nur noch 3 Brutpaare bekannt.
Glücklicherweise sind die Störche aber nicht aus dem Frankenwald verschwunden, sie haben sich neue Horstbäume gesucht. Diese werden allerdings erst nach und nach entdeckt, meist von Förstern und Jägern. Das geschieht eher durch Zufall, denn eine gezielte Suche zur Brutzeit verbietet sich wegen der Störanfälligkeit der Schwarzstörche von selbst.
Mittlerweile sind im Frankenwald wieder 8 Brutpaare des Schwarzstorches bekannt, Beobachtungen von Altvögeln zur Brutzeit lassen aber vermuten, dass es noch etwas mehr sind.

Da Schwarzstörche zur Brutzeit in Horstnähe sehr empfindlich gegenüber Störungen aller Art sind, ist es wichtig, diese Bereiche zu schützen. Hauptverursacher von Störungen ist der Mensch, egal ob durch forstliche Arbeiten, Freizeitnutzung oder Nachstellen durch allzu begeisterte Schwarzstorchfans.

Jäger und Förster sind wichtige Partner des Schwarzstorchschutzes, da sie viel draußen sind und dementsprechend viele Beobachtungen machen. Sie tragen aber auch eine große Verantwortung, wenn es darum geht, Störungen zur Brutzeit in der Umgebung des Horstes zu vermeiden (z.B. Holzeinschlag, Hochsitz aufstellen, Ansitz, etc.)
Für die Schwarzstorcharbeitsgruppe des LBV  sammelt Cordula Kelle-Dingel seit einigen Jahren die Bestandesdaten über die Schwarzstörche im Frankenwald (Horststandorte, Bruterfolg, Sichtbeobachtungen, etc.). Dabei ist sie auf die Unterstützung von Jägern und Förstern angewiesen.
Die gesammelten Informationen über die Horststandorte werden nicht weitergegeben, sondern nur für Schutzzwecke verwendet!
Zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde werden bei verschiedenen Planungen/ Vorhaben die Belange des Schwarzstorchschutzes berücksichtigt. So wird beispielsweise bei der Ausweisung von Wanderwegen, Mountain-Bike –und Nordic-Walking-Strecken überprüft, ob diese Routen mit dem Schwarzstorchschutz vereinbar sind, gegebenenfalls werden auch einmal Strecken verlegt. Aber auch wenn es um Entschärfung gefährlicher Strommasten, künftige Nutzung der Frankenwaldtäler (Naturschutz, Tourismus, Gewässerrenaturierungen, Denkmalpflege bei Flößereieinrichtungen, etc.) und andere Sachen geht, die den Lebensraum des Schwarzstorches betreffen, sind Daten über das Vorkommen der Vögel gefragt.

Viele Jäger behalten ihr Wissen über seltene Arten lieber für sich, was ja an sich auch eine gute Einstellung ist. Leider werden aber bei vielen Projekten Einzelpersonen nicht gefragt.

Deshalb ist es wichtig, Informationen über Brutvorkommen an die Schwarzstorcharbeitsgruppe bzw. Frau Kelle-Dingel weiterzugeben. Hier ist eine Schnittstelle von Jagd, Forst und Naturschutz vorhanden. Die Daten werden bei einer zentralen Stelle gesammelt und können bei Bedarf für Schutzzwecke abgefragt werden.

Weitere Informationen über die Lebensweise der Schwarzstörche sind in einem Faltblatt zu finden. Außerdem gibt es einen Meldebogen für Schwarzstorchbeobachtungen.

Literaturempfehlung:  „Der Schwarzstorch“ von Janssen, Hormann, Rohde aus der Neuen Brehm Bücherei, ISBN 3894322195